Herz,  Leben,  Zukunft

Break up oder Fernbeziehung?

Sollte bei der Wahl des Studienortes Rücksicht auf den Partner/ die Partnerin genommen werden?

Nicht mehr lange und ein Großteil der Schülerinnen und Schüler der FOSBOS hat das Abitur in der Tasche. Sobald die Zeugnisse verteilt wurden, kann es mit den Hochschul- und Uni Bewerbungen losgehen. Aber was ist eigentlich mit dem Liebsten / der Liebsten, der / die am  Heimatort ist und dort bleibt? Viele stehen vor der Frage, ob sie auf die Beziehung Rücksicht nehmen sollen, wenn es um die Wahl der Studienortes geht. Viele Studiengänge, gerade ausgefallene, gibt es nicht in jeder Stadt.

Distanz als Herausforderung

Zunächst ist die Distanz eine Herausforderung, die überwunden werden muss. Reden, zum Beispiel über Skype oder ganz klassisch per Telefon ist immer eine gute Möglichkeit, um seine Gefühle und Ängste mit dem Partner / der Partnerin zu teilen. Und schließlich leben wir ja im Zeitalter der Digitalisierung, die uns da viele Wege bietet. Es ist aber gar nicht so einfach, den anderen an seinem Alltag, den er sich vielleicht gar nicht so genau vorstellen kann, teilhaben zu lassen. Außerdem kann ein Telefonat den direkten Kontakt auf Dauer nicht ersetzen. Deshalb fallen fürs Wiedersehen vielleicht hohe Fahrtkosten an und die Erwartungen an die gemeinsame Zeit sind so hoch, dass sie uns blockieren.

Selbstverwirklichung  auf Kosten des anderen?

Und was ist, wenn ein Partner es dem anderen nicht gönnt, eine Chance auf sein / ihr Traumstudium wahrzunehmen, auch wenn das nicht in nächster Nähe ist? Wenn die Äußerung fällt: „Dein Studium ist dir offenbar wichtiger als ich!“? –  Während der eine sich möglicherweise zurückgesetzt fühlt, denkt der andere: „Schließlich habe ich für das Abitur und den Notendurchschnitt hart gearbeitet und deswegen freue ich mich auch besonders über eine Zusage der Wunschhochschule / -universität.“  Somit wird das Vertrauen in die Liebe des anderen auf eine harte Probe gestellt.

Tiefkühlpizza morgens um 6

Aber es gibt auch Vorteile einer Fernbeziehung. Zunächst einmal hat jeder ausreichend Freiraum, sich zu entwickeln. Jeder plant einen Großteil der Freizeit so, wie es ihm gefällt. Das fängt beim Aufstehen an und geht über Freizeitaktivitäten, Fernsehprogramm und Essen bis zum Schlafengehen. Du musst dich vor niemandem rechtfertigen, wenn du einmal erst spät nach Hause kommst und dir dann noch eine Tiefkühlpizza reinhaust. Du wirst vielleicht selbstständiger und entdeckst neue Seiten an dir.

Schmetterlinge im Bauch

Dass die Beziehung von beiden Seiten mehr geschätzt wird, wenn man sich seltener sieht, ist ein weiterer Vorteil einer Fernbeziehung.  Schließlich vermeidet man den Alltagstrott. Man freut sich umso mehr darauf, sich wiederzusehen, plant vielleicht die gemeinsame Zeit besonders und hält sich andere Aufgaben und Termine vom Leib. Man hat dann wirklich Zeit füreinander und nutzt diese auch. Die Verliebtheit kann so länger anhalten, der Sex aufregender sein.

Klar, die Sache muss beredet und von beiden entschieden werden, was es nicht unbedingt einfacher macht.  Aber die Tatsache, dass man weiter weg zieht, ist es noch lange kein Grund, seinen Partner / seine Partnerin zu verlassen, auch wenn man ihn / sie liebt.

Liebe kennt ja bekanntlich keine Distanz.

von Lorena Peter

Bild: Lea Enola Schwarz

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